Tabuthema: Unfruchtbarkeit

Es könnte so einfach sein und doch bleibt der Kindersegen oft aus
Wenn der Kindersegen ausbleibt

Wir sprechen und chatten ganz offen und easy über sexuelle Vorlieben, über Transgender, über vieles, was unsere Eltern nicht laut auszusprechen wagten. Und doch werden wir mehr als einsilbig, wenn das scheinbar Einfachste auf der Welt nicht glückt. Unfruchtbarkeit ist eines der letzten großen Tabuthemen. Dabei ist jedes fünfte Paar mit Kinderwunsch davon betroffen.

 

Vorneweg eine Entwarnung: Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, handelt es sich in den meisten Fällen um Fruchtbarkeitsstörungen, nicht um Unfruchtbarkeit. Das ist keine Wortklauberei, sondern bedeutet einen wesentlichen Unterschied: Störungen können behandelt werden. Unfruchtbarkeit im medizinischen Sinn würde dagegen bedeuten, dass die biologischen Voraussetzungen für eine Zeugung oder Schwangerschaft fehlen und damit ein Paar kein Kind bekommen kann. Das ist die Ausnahme. Wirklich. Denn in mehr als 70 Prozent der Fälle sind die Störungen medizinisch behandelbar.

Woran es beim Mann liegen kann

Der häufigste Grund bei Männern ist die schlechte Spermienqualität. Dann finden sich im Ejakulat entweder zu wenige Samenzellen, sie sind fehlgebildet oder nicht beweglich genug. Als Richtwert gelten 20 Millionen Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit. Die Hälfte davon sollte gut beweglich sein. Wenn es weniger sind, sollte Mann ein paar Lebensgewohnheiten überdenken und gegebenenfalls ändern.

Rauchen = Spermiengift

Wer noch raucht, sollte dies aufhören. Sicherlich nicht nur aus diesem Grund, aber besonders deswegen. Denn im Tabak sind giftige Substanzen enthalten, die die Spermienreifung nachweislich und empfindlich stören.

Sport tut gut

Um ein gängiges Vorurteil zu entkräften: Sport schadet Männern mit Kinderwunsch nicht. Ganz und gar nicht. Und auch Radfahren ist erlaubt. Es muss sicher nicht die Tour de Fance sein, aber tägliches Radeln zeitigt wissenschaftlich gesehen keine Einschränkungen der Zeugungsfähigkeit.

Das Spermiogramm ist übrigens kein Urteil, sondern eine Momentaufnahme und unterliegt damit Schwankungen. Wenn Mann sich bewegt, gesund und ausgewogen isst, auf Tabak und Alkohol verzichtet und ausreichend schläft, können sich die Werte innerhalb kurzer Zeit beträchtlich verbessern.

Woran es bei der Frau liegen kann

Der häufigste Grund für das Nichtzustandekommen einer Schwangerschaft ist bei Frauen die ungenügende Durchlässigkeit der Eileiter. Wenn diese schlauchartigen Verbindungen nicht durchgängig sind, kann die reife Eizelle erst gar nicht in die Gebärmutter gelangen. Damit kann die Frau nicht schwanger werden. Oft liegt das Problem aber auch bei den Eierstöcken selbst. Sie funktionieren nicht richtig, weil der Körper zu viele oder zu wenige Hormone ausschüttet. Ebenfalls relativ häufig geschieht es, dass Gewebe, das eigentlich in die Gebärmutter gehört, an anderen Stellen im Bauchraum wuchert. Diese Ursachen können operativ und/oder medikamentös gut behandelt werden.

Und natürlich hat die eigene Lebensführung auch Auswirkungen auf die Chancen, schwanger zu werden: Also Hände weg von Zigaretten und Diäten, denn der Jo-Jo-Effekt der meisten Diäten kann das hormonelle Gleichgewicht empfindlich stören. Bewegung, ausgewogene Ernährung und Entspannungstechniken gegen Stress haben dagegen positiven Einfluss.

 Alter und Mutterglück

Es ist unfair und dennoch lässt es sich nicht ändern. Wir Frauen altern. Und unser Alter hat Auswirkungen auf die Chance, schwanger werden zu können. Das nicht erst ab den Wecheljahren, sondern etwa ab dem 30. Lebensjahr. Dann beginnt die Eizellqualität abzunehmen. Daher ist der Kinderwunsch nichts, was frau endlos auf später verschieben sollte. Die Eierstockreserve kann man übrigens beim Frauenarzt testen lassen. Der Test misst die Zahl der Eizellen im Eierstock und gibt damit eine erste Orientierung, wie viel Zeit für die Erfüllung des Kinderwunsches bleibt. Eine interessante Information für alle Frauen ab Anfang 30, für die sie allerdings selbst bezahlen müssen, da der Test nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten ist.


	

MS: Den Marathon wagen

Im August 2012 brach für Barbara durch die Diagnose Multiple Sklerose (MS) ihre Welt zusammen, im April 2014 lief sie den Marathon in Paris. Dazwischen liegen Gleichgewichtsprobleme, Sensibilitätsstörungen an Armen und Beinen, Sehstörungen, unaufhörliches Training und ein starker Wille: Denn Barbara will schaffen, was keiner für möglich hält. Sie will den Marathon in Paris mitlaufen. Und das, obwohl sie erst nach der Diagnose zu laufen begonnen hat.

Gegen die Krankheit anlaufen

Marathon, das ist für die 31-Jährige viel mehr als ein Sport: „Die Strecke ist lang, verlangt dir viel ab, man kämpft bis zur Ziellinie. Wie bei der MS. Da kämpft man auch, gegen die Krankheit, manchmal auch gegen sich selbst. Aber am Schluss ist man immer der Gewinner.“ Ihre Augen leuchten, als sie mir das erklärt. Und ihre Augen leuchten noch viel mehr, als sie die Strecke in Paris wirklich schafft.

Mehr über Barbara und andere Menschen, die nicht aufgeben, habe ich in dem Blog Perspektivenwechsel geschrieben.

 

Detox: Erfahrung ist ein überzeugendes Argument

Detox ist kein Wundermittel gegen Krankheiten aller Art und keine Blitzdiät zur Traumfigur. Detox beruht auf dem Prinzip der Entgiftung und Stärkung des Organismus. Und Detox, richtig angewendet, zahlt sich aus: in Lebensqualität. Bestes Beispiel dafür ist Dr. Jutta Mauermann, eine Pionierin der Homöopathie und Akupunktur, die heute noch als 86-Jährige als Ärztin praktiziert. 

Dr. Jutta Mauermann
Dr. Jutta Mauermann, Jahrgang 1930, integriert seit mehr als 50 Jahren alternative Heilmethoden in ihre medizinische Arbeit. Sie ist Spezialistin im Bereich Detox und entgiftet selbst seit einem halben Jahrhundert regelmäßig.

Giftstoffe ausleiten

Ich gehöre ja persönlich nicht zu den Menschen, die sich von Giften umzingelt wähnen. Und doch oder gerade vielleicht deswegen war ich überrascht, wie viele Giftstoffe inzwischen zu unserem Alltag gehören. Wir nehmen sie auf mit der Nahrung, dem Wasser, der Luft, über die Kleidung, den Wohnraum,  medizinische Produkte. Das muss keine Folgen haben. Hat es aber für viele. Ein Großteil der Erkrankungen und indifferenten Beschwerden, mit denen es Dr. Mauermann in ihrer mehr als 50-jährigen Berufspraxis zu tun hat, beruhen auf Vergiftungsprozessen. Daher hat sie Detox-Kuren entwickelt, mit deren Hilfe man die körpereigenen Entgiftungsorgane stärken, Gifte ausleiten und den Organismus stärken kann.

Und genau darüber habe ich mich mit ihr unterhalten. Hier ein Ausschnitt aus unserem Gespräch:

Brustkrebs: Schön bin ich …

… weil ich lebe und lebendig bin. Adrienne trug nach der Brustkrebs-OP  Perücke. Aber nur für andere. Sie selbst akzeptierte ihre Glatze, rasierte sich sogar als die Haare ausgingen, den Kopf selbst. „So behielt ich die Kontrolle“, erklärt sie, „zumindest ein klein bisschen Kontrolle.“

Brustkrebs-Diagnose und die Welt steht Kopf

Adrienne gehört zu den 71.000 Frauen, die jährlich in Deutschland die Diagnose Brustkrebs erhalten. 71.000 Frauen, die plötzlich an einem Wendepunkt im Leben stehen: hinter ihnen liegt die Normalität, mit normalen Sorgen, normalen Beziehungen, normalen Plänen. Vor ihnen liegt Ungewissheit, eine Zeit fernab jeder gelernten Normalität.

Ja zum Leben

Was ich in mehr als Hundert Interviews von betroffenen Frauen gelernt habe, ist dieses unbedingte Ja zum Leben. Aus Hoffnung, aus Liebe, aus Trotz. Ja zum Leben, auch wenn es (für eine Wegstrecke) ganz anders ist als geplant und gewohnt. Ja zu jedem Augenblick sagen: mit der Familie, dem Partner, mit sich selbst.

ungewollt kinderlos: Und ich wünsche mir …

 

R.Kreitmeir
mit meinem Wunschkind Hannah

… nichts sehnlicher als eine Familie. Für 1,4 Millionen Männer und Frauen bleibt dieser Wunsch unerfüllt. Damit ist jedes fünfte Paar ungewollt kinderlos. Was das im Alltag bedeutet? Enttäuschung, Trauer, Zweifel. Aber auch Hoffnung.

Denn meist handelt es sich um ein medizinisches „Problem“ und ist damit behandelbar.

Wunschkinder

„70 bis 80 Prozent der Paare, die sich einer Kinderwunschbehandlung stellen und diese über mehrere Zyklen durchhalten, können es schaffen“, hält Dr. Andreas Ott, Reproduktionsmediziner in Augsburg, fest. Damit seien die Erfolgschancen heute so hoch wie nie zuvor. „Erfolgschancen“ gefällt mir in diesem Zusamenhang als Wort überaus gut. Denn es ist ein wirkliches Erfolgserlebnis als Frau nach einer langen, bangen Wartezeit schwanger zu sein. Und ein Kind birgt eine Schatzkammer an Chancen. Welche, wie Kinder das Leben verändern und was medizinisch, rechtlich und ethisch in Sachen Kinderwunsch möglich ist, verfolge ich als Journalistin seit mehr als zehn Jahren.

Leben mit MS: Leute, habt keine Angst …

Hugo… von uns werdet Ihr nicht krank.

Hugo_Rap

Krank waren eher die Reaktionen, mit denen es Hugo zu tun hatte. Der gelernte Metallbauer litt unter Gleichgewichtsstörungen, sein Gang war unsicher, schwankend. Und die meisten hielten ihn für betrunken, nannten ihn einen Alkoholiker. Dabei war Hugo krank, chronisch krank. Die Diagnose lautete Multiple Skerose (MS). Etwa 120.000 Menschen in Deutschland leben mit MS, die Symptome sind unterschiedlich, die Ursachen nicht wirklich bekannt, der Verlauf unklar.

Reden befreit, Rappen auch

Nach sechs Jahren hatte das, was in seinem Körper vorging und das ihm bis dato niemand glaubte, einen Namen. Die Diagnose erleichterte Hugo. Klar, wäre er auch gerne gesund und würde normal leben. Aber was ist schon normal? Die Krankheit hat er sich nicht ausgesucht, aber sie gehört jetzt zu seinem Leben. Und er hat dadurch einiges begriffen: Aggression bringt nichts, genauso wenig wie sich zu verstecken. Reden befreit dagegen. Daher spricht Hugo ganz offen über seine MS. Auch mit mir für eine Reportage. Und auch in Rap-Form: